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Elektroniker für Informations- und Systemtechnik brauchen für ihren vielseitigen Job Werkzeugkasten und Laptop

Sie halten das U-Bahn-Netz fit: Ausbildung als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik bei der Hamburger Hochbahn

Mathis Jürss lernt Elektroniker für Informations- und Systemtechnik bei der Hochbahn. STEPHAN WALLOCHA

Das Coronavirus hat die Berufswahl von Mathis Jürss beeinflusst. Der Abiturient aus Schleswig-Holstein verspürte nach Schulschließungen und Distanzunterricht wenig Drang nach einem Online-Studium, aber sehr viel Lust auf handfeste Praxis. Die fand er bei der Hochbahn. „Ich bin ein großer Fan von Hamburg und schon viel U-Bahn gefahren“, erzählt der 18-Jährige, der bei Ratekau in Ostholstein lebt. Da passte es gut, dass die Hochbahn zeitgleich zu Mathis’ Abitur einen neuen Ausbildungsberuf auf die Schiene brachte: Es ist der Elektroniker für Informations- und Systemtechnik und so etwas wie die Zukunft der Bahn. Zwar fahren die Züge nach wie vor mit Strom. Werden aber fahrerlose, vollautomatische U-Bahnen, wie die geplante U 5, die Norm, kommen noch Unmengen an Daten hinzu.

Netzwerktechniker wie Mathis sind aber auch heute schon bei der Hochbahn gefragt, sagt Personalreferentin Luise Finkeldei: „Die Entwicklung geht ganz klar in Richtung neue Technologien, Programmierung und Software.“

Etwa für die datenbasierte Vorhersage wartungsbedürftiger Rolltreppen und den rechtzeitigen Austausch von Verschleißteilen. Auch Ticketverkauf und Fahrgastinformation benötigen funktionierende IT-Systeme und schnelle Datenautobahnen. Bis zum Start der neuen Ausbildung hat die Hochbahn die Kommunikationstechnik noch mit Elektronikern für Geräte und Systeme abgedeckt. Diese haben aber ihren Fokus auf der Hardware: „Sie löten Schaltungen, während die Elektroniker für Informations- und Systemtechnik am Laptop programmieren“, so Finkeldei.

PC versus Platine, wobei die Ausbildungen ähnlich angelegt sind und Mathis’ erstes Ausbildungsjahr noch ganz im Zeichen der Elektrotechnik stand. Er hat aber auch schon LED-Lampen über eine Arduino-Platine mit den Programmiersprachen C/ C++ zum Blinken gebracht. „Es ist ein guter Spagat zwischen Elektronik und Informatik, von allem ist etwas dabei“, sagt der Azubi, der froh ist, keinen Bürojob zu haben. Sein Einsatzgebiet sind oft graue Kästen, karge Technikräume mit brummenden Serverschränken. „Es wird interessanter,wenn man reinguckt“, sagt Mathis. Der Azubi hat schon privat Rechner auseinandergenommen und Informatik in der Oberstufe belegt, aber das sei keine Voraussetzung für die Ausbildung. Wer die Freude an Technik über ein Praktikum oder auch als Abonnent eines Programmier-Kanals deutlich machen kann, hat gute Karten, im Bewerbungsprozess eine Runde weiterzukommen. „Die Schulzeugnisse sind nicht der einzige Indikator“, so die Personalerin. Die neuen Ausbildungsplätze für 2023 hat die Hochbahn bereits online gestellt. Zwölf angehende Elektroniker oder Elektronikerinnen in drei Ausbildungsberufen werden gesucht. Informations- und Systemtechnik ist mit zwei Azubis vertreten.

Die Hochbahn sucht nach anderen Hamburger Unternehmen, die ihre Zukunft ebenfalls in dem neuen Ausbildungsberuf sehen. „Dann gibt es irgendwann die Möglichkeit, ihn auch in der Theorie in Hamburg anzubieten“, hofft Finkeldei. Noch müssen Mathis und sein Azubikollege nämlich für den Blockunterricht alle anderthalb Monate richtig früh aufstehen und zur Berufsschule nach Braunschweig reisen. Fahrt- und Übernachtungskosten in einer Studentenwohnung trägt die Hochbahn, und auch sonst sei die Berufsschulwoche in einer kleinen Lerngruppe von gerade mal zehn Leuten entspannt, sagt Mathis: „Wir verstehen uns alle sehr gut.“

Das könnte schon mal ein Vorgeschmack auf das Studentenleben sein, das er sich für das Ende seiner Ausbildungszeit gut vorstellen kann: „Ich will mich auf jeden Fall weiterbilden“, sagt der Azubi. Etwa mit einem dualen Studium, einem Masterabschluss oder einer technischen Zusatzqualifikation. DEIKE UHTENWOLDT

Job - Info

Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre Jahre
Voraussetzungen: mind. MSA, Interesse an Technik und IT, gute Mathe- und Physik-, sowie Englischkenntnisse
Ausbildungsentgelt: im ersten Jahr ca. 830, im vierten Jahr ca. 1000 Euro
Einstiegsgehalt: zwischen 1800 und 2000 Euro
Weiterbildungsmöglichkeiten: Fortbildung zum Techniker oder zum Industriemeister, Studium Informationstechnik
Weitere Infos: www.hochbahn.de


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