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Schiffsmechaniker übernehmen auf See sowohl nautische als auch handwerkliche Tätigkeiten

An Bord wird es nie langweilig: Ausbildung zum Schiffsmechaniker auf dem Ausbildungsschiff von Hapag-Lloyd aus Hamburg

Nis Burchard, angehender Schiffsmechaniker, lernt bei Hapag-Lloyd. FOTO: STEPHAN WALLOCHA

Auswärtiges Amt

Pünktlich zu Weihnachten hatte Nis Burchard wiederfesten Boden unter den Füßen. Wochenlang war die „Yantian Express“ sein schwimmendes Zuhause. Nis ist Auszubildender zum Schiffsmechaniker bei Hapag-Lloyd im dritten Ausbildungsjahr. „Langeweile kommt an Bord nie auf, jeder Tag ist anders“, erzählt der 20-Jährige.

Schon weil Schiffsmechaniker sowohl nautische als auch handwerkliche Tätigkeiten ausüben. „Während des Wachdienstes auf der Kommandobrücke gehören etwa Positionsbestimmungen, Logbuch-Einträge oder die Aktualisierung von Karten zu meinen Aufgaben. Im Maschinenraum sind es vor allem Wartungs-, Instandhaltungs- oder Reparaturarbeiten.“ Hier wird die Arbeit schnell anstrengend. Nicht nur ist im Umgang mit den oft schweren Werkzeugen und Maschinenteilen Muskelkraft gefragt, es ist auch ein ausgesprochen heißer Arbeitsplatz.

Überhaupt seien Wetter und Temperaturunterschiede ein wesentliches Merkmal seines Arbeitsalltags. Zu einer echten Gefahr für die großen Schiffe werden Stürme heute zum Glück nur höchstselten, bei der Ladung sieht das schon anders aus. „Die Ladungswache im Hafen gehört auch zu meinen Aufgaben. Dazu gibt es einen Stauplan, und ich überprüfe, ob Sonderladung, Gefahrengut oder Kühlcontainer richtig gestaut und die Twistlocks, also die Verriegelungen, richtig gesetzt sind.“ So sind Aufmerksamkeit und Sorgfalt gefragt, ebenso wie Teamfähigkeit. „Wer sich für diesen Beruf entscheidet, sollte Lust auf Menschen mitbringen“, sagt Nis. Für jede Reise wird die Crew neu zusammengesetzt – und dann heißt es, mehrere Wochen miteinander auskommen. „Wir sind ein internationales Team. Bei meiner letzten Reise kam die Crew aus ganz Europa und von den Philippinen. Die Filipinos sind leidenschaftliche Karaoke-Sänger, da hatten wir viel Spaß. Aber man kann sich natürlich auch in die eigene Kammer zurückziehen und in Ruhe einen Film schauen“, erzählt Nis. Inzwischen gibt es WLAN an Bord, das erleichtert den Kontakt nach Hause.

Die Ausbildung zum Schiffsmechaniker gliedert sich in zwei- bis viermonatige Reisen und Berufsschulphasen. Für die noch jungen Azubis ist es oft das erste Mal, dass sie für eine längere Zeit von zu Hause fort sind. Heimweh ist durchaus ein Thema. „Bei Hapag-Lloyd starten alle Auszubildenden zusammen auf einem Ausbildungsschiff, das ist ein guter Weg, um auszutesten, wie man mit dem Leben auf See zurechtkommt“, findet Nis.

Er ist zufrieden mit seiner Berufsentscheidung. „Um die ganze Welt zu fahren, das ist schon toll.“ Schiffsmechaniker arbeiten im Schichtdienst, und während sie mehrere Wochen am Stück auf See sind, verpassen sie naturgemäß den einen oder anderen Feiertag zu Hause, das müsse klar sein, betont Nis. Ihn schreckt das nicht. Wenn er im August seine Ausbildung abschließt, will er anschließend Schiffsbetriebstechnik studieren. „Ich möchte weiter zur See fahren. Im Studium während der Semesterferien – und anschließend als dritter Ingenieur an Bord.“ YVONNE SCHELLER
 

Job-Info

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Voraussetzung: mind. MSA, Seefestigkeit, handwerkliches und technisches Geschick, Sorgfalt, Teamfähigkeit
Ausbildungsentgelt: bei Hapag-Lloyd 1033 Euro im ersten, 1289 Euro im zweiten, 1785 Euro im dritten Jahr
Einstiegsgehalt als Nautischer/Technischer Wachoffizier an Bord: 4459 Euro
Weiterbildungsmöglichkeiten: Studium der Nautik oder Schiffsbetriebstechnik
Weitere Infos: www.hapag-lloyd.com


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