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KULTUR

Dieter Powitz „Die Kunst ist nur ein Weg, nicht das Ziel“ - Gemeinsam Kulturräume und ein Bildungshaus in Norderstedt schaffen


Für immer mehr Menschen spielen die kulturellen Einrichtungen einer Stadt eine große Rolle, wenn sie sich für einen neuen Wohnort entscheiden. Norderstedt kann dabei stark punkten.

Das kann aber noch besser werden. Das haben sich die Entscheidungsträger im Rathaus vorgenommen und dafür einen Profi engagiert. Dieter Powitz (58) heißt der Mann, der Norderstedts Kulturleben reicher machen soll. Der gebürtige Mainzer leitete vorher über fünf Jahre den Kulturbetrieb der 92.000-Einwohner-Stadt Düren in Nordrhein-Westfalen. Powitz hat Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte studiert und in England sein Diplom in Stage Management gemacht. Bereits während des Studiums begann er als Dramaturg am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater und wirkte später bei Theatern, Musicals, Festivals und Orchestern in Hamburg, Hildesheim, Bremen und Bielefeld.
 

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„Norderstedt verfügt über eine große Bandbreite an Kulturschaffenden in städtischen Einrichtungen, aber eben auch in einer vielfältigen frei organisierten Szene. Das ist sehr gut für eine Stadt in dieser Größenordnung“, sagt Dieter Powitz, der gern nach dem Leitspruch des Dichters Rainer-Maria Rilke (1875-1926) „Die Kunst ist nur der Weg, nicht das Ziel“ handelt.
 

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Dieses Angebot möchte er für die Stadt erhalten und weiterentwickeln, als deutlich erkennbares Gestaltungsmerkmal in Abgrenzung zum Angebot der nahen Metropole. Defizite hat Powitz vor allem bei der Infrastruktur festgestellt. Ein Beispiel: „Einige Musikgruppen proben zurzeit in einer alten Schule, die abgerissen werden soll. Dafür benötigen wir natürlich neue Räume“, berichtet der Kulturamtsleiter.
 

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Der (Er-) Findungsreichtum der Kulturschaffenden sei groß, aber die Stadt wolle die Künstlerinnen und Künstler bei ihrer Suche nicht allein lassen. Auch für große Ausstellungen gebe es eine Nachfrage, die nicht optimal erfüllt werden könne. Zurzeit arbeitet Powitz gemeinsam mit einem Fachbüro an einer Bedarfsanalyse für Theater, Musik, Kunst und Co. in Norderstedt.
 

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Dieter Powitz mit der Holzskulptur „Giraffe“, von Peter Luther aus Norderstedt und Frank Rohde aus Quickborn
Dieter Powitz mit der Holzskulptur „Giraffe“, von Peter Luther aus Norderstedt und Frank Rohde aus Quickborn

Sie soll spätestens im Februar dem Fachausschuss vorgelegt werden. „Ich muss die Situation und die Möglichkeiten beschreiben und dann ausloten, was möglich ist“, beschreibt der Amtsleiter seine Aufgabe. Außerdem ist die Verwaltung erst kürzlich von der Politik mit der Erarbeitung eines Kulturentwicklungsplan beauftragt worden. Dieses Verfahren ist für die Jahre 2022 und 2023 vorgesehen.

Das Bildungshaus Garstedt ist eines der nächsten Projekte, wie und wo sich Kunst, Kultur und Bildung gemeinsam stärker entfalten können. Dort werden Volkshochschule, Stadtbücherei und Stadtarchiv näher zusammenrücken, neue Formen der Zusammenarbeit entwickeln und kreativ die Zukunft planen. Gemeinsam bespielte Räume und großzügige Öffnungszeiten zum Beispiel von 8 bis 22 Uhr sollen ein niedrigschwelliges Angebot schaff en, um Menschen an die Kultur und Bildung heranzuführen. Dieter Powitz: „Ich möchte, dass sich die Norderstedterinnen und Norderstedter noch stärker mit ihrer Stadt identifizieren.“

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