Anzeige
Themenwelten Hamburg
 

Heizen wird definitiv teurer! Was tun?

Heizungsexperte Kim Bödecker montiert ein Thermostatkopf für ein Smart-Home-System: Damit lassen sich die Heizkosten senken. Foto: Tina Jordan

Die gestiegenen Energiekosten sind in aller Munde und lassen sich leider auch nicht mehr unter den Tisch kehren. 

„Ich bekomme bestimmt 20 Telefonanrufe pro Woche von verunsicherten Kunden, die wissen wollen, wie man reagieren kann, wie man Kosten sparen kann und seine Heizung effizienter umrüsten kann. Ich nenne dann gern als Gegenbeispiel das Auto zum Vergleich, denn da weiß meist jeder, was er verbraucht. Schließlich wird dem Fahrer heutzutage direkt im Armaturenbrett angezeigt, wie viel Sprit er beispielsweise pro 100 Kilometer verbraucht. Sparsamer geht es nur, wenn das Fahrzeug einfach stehen gelassen wird. Ähnlich ist es bei der Heizung. Die Gebäude brauchen eine bestimmte Menge an Gas, Öl oder Strom, um beheizt zu werden. Um diesen Verbrauch sparsamer zu gestalten, bleibt nur, die Temperatur abzusenken. Nun kommt aber das kleine ‚aber‘. Bitte nicht einfach das Thermostat der Heizkörper auf eine niedrigere Frequenz einstellen. Sinnvoller ist eine Regelung, die das gesamte Gebäude heiztechnisch optimiert“, sagt Kim Bödecker.

Sparen mit „smarter“ Steuerung

Das kann entweder eine komplette Überarbeitung der Einstellungen sein oder ein hydraulischer Abgleich mit neuen Thermostatventilen oder ergänzend eine Smart Home-Steuerung. Diese muss über das Smartphone meist nur einmal programmiert werden und dann läuft der Prozess nahezu automatisch. Wenn ein Raum dann die gewünschte Wunschtemperatur erreicht hat, meldet dies der Heizkörper direkt an die „Heizungszentrale“, die dann die Energiemenge selbst reduziert. Somit wird der Verbrauch deutlich reduziert und die Kosten minimiert.

Auch eine neue Anlage optimiert den Energieverbrauch. Wer noch ein Gasgerät im Keller seines Hauses hat, was kein Brennwertgerät ist, der kann mit einer neuen Heizung und der neuen Technik auch schon 15 bis 30 Prozent Energie sparen. Hier muss es nicht immer eine Wärmepumpe sein. Oft sind die alten Gebäude gar nicht dafür gebaut, dass diese mit einer Wärmepumpe allein sinnvoll betrieben werden können. Die Wärmepumpen heutiger Generation erhitzen bis zu 60 Grad und mehr. Aber sie sind dann nicht effizient. Somit muss bei Bestandsgebäuden immer geprüft werden, was tatsächlich sinnvoll ist. Bei älteren Gebäuden ist dann meist eine Hybridanlage eine gute Investition.

Innovative Technik wird noch gefördert

Ein neues Gas-Brennwertgerät kann mit einer Wärmepumpe außen gekoppelt werden. Leider sind solche Systeme in der Anschaffung nicht gerade günstig und kosten nicht selten mindestens 25.000 Euro. Aber noch gibt es für die Installation Zuschüsse vom Staat.

„Wer auf ein Hybridgerät verzichten möchte, der kann auch heute noch ein reguläres Gas-Brennwertgerät einbauen. Er muss allerdings aktuell nach dem Klima-Schutz-Gesetz von Schleswig-Holstein dann einen bestimmten Anteil an Biogas beisteuern, um den geforderten erneuerbaren Energieanteil zu erfüllen. Je nach Lieferant sind dies meist etwa 10 Prozent teurere Gastarife“, rechnet Kim Bödecker vor. Wer also langfristig einen Heizkörper in seinen eigenen Wänden erneuen möchte, der sollte hier ein wenig an die Zukunft denken und die Heizflächen so groß wie möglich wählen. Damit kann die Temperatur des Heizungswasser abgesenkt werden und die Anlage wird effizienter.

„Für alle gilt jedoch im Augenblick Weitsicht. Wenn im kommenden Winter die Heizungsanlage ausfallen sollte, und wenn sofort eine neue Heizung gebraucht wird, ist die Auswahl nicht groß. Es muss genommen werden, was verfügbar ist. Daher empfehle ich meinen Kunden schon länger, sich auch bei einer laufenden Heizung über eine neue Anlage Gedanken zu machen. Lieferzeiten von Wärmepumpen liegen aktuell weit über sechs Monaten. Bei Gas-Brennwertgeräten ist die Wartezeit nicht ganz so lang, aber auch hier ist eine Lieferung von Heute auf Morgen nahezu unmöglich“, sagt Kim Bödecker. jor

www.boedecker-waermetechnik.de

Weitere Artikel