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Diplomaten sind Botschafter ihres Landes. Ihr Job erfordert viel Flexibilität und Offenheit

Zu Hause auf der ganzen Welt

Moritz Jacobshagen ist Diplomat und aktuell im Inlandseinsatz. Z. SCHEURER/DPA

Diplomat oder Diplomatin sein: Keine Frage, der Beruf hat viel Charme. Als Angehörige im höheren Dienst des Auswärtigen Amtes in Berlin sind Diplomaten drei bis vier Jahre an einer der 230 Auslandsvertretungen tätig. Danach kehren sie für etwa den gleichen Zeitraum auf einen Posten in Berlin zurück, um dann wieder an einer der Auslandsvertretungen zu arbeiten. 

Dieses Rotationsprinzip setzt sich über das gesamte Berufsleben fort. Das ist einerseits abwechslungsreich, hat aber auch seine Schattenseiten, wie Moritz Jacobshagen verrät. Der Diplomat ist derzeit Leiter des Referats für Digitales Informations- und Wissensmanagement im Auswärtigen Amt. „Andere Länder interessieren mich. Schon als Jugendlicher träumte ich davon, als Repräsentant meines Heimatlandes, also Deutschland, im Ausland tätig zu sein.“ Nach dem Abitur hat er International Affairs studiert, später den Masterstudiengang für Politische Ökonomie in London absolviert und für eine Unternehmensberatung gearbeitet. „Aber mein Wunsch, als Diplomat ins Ausland zu gehen, hat mir keine Ruhe gelassen. Im Herbst 2010 habe ich am Auswahlverfahren für den höheren Auswärtigen Dienst teilgenommen. Es war einer der schönsten Momente meines Lebens, als ich die Nachricht bekam, dass ich bestanden hatte“, sagt Moritz Jacobshagen.

Momentan ist er in Berlin im Auswärtigen Amt tätig. Als Leiter des Referats für Digitales Informations- und Wissensmanagement kümmert er sich darum, wie der Wissensschatz, der in all den Dokumenten und vor allem in den Köpfen der Mitarbeitenden steckt, mithilfe moderner Technologie effizienter genutzt werden kann. Viel Zeit, sich in die neue Aufgabe einzuarbeiten, bleibt Diplomaten nicht. „Ich bin erst seit einigen Monaten wieder zurück. Zuvor war ich drei Jahre lang der zweite Mann in der Deutschen Botschaft in Nicaragua. Das war keine einfache Zeit, weil sich das Land in einer schweren Krise befindet. Und dann kam noch die Pandemie hinzu“, sagt Jacobshagen. In Nicaragua gehörte es zu seinen Aufgaben, einen guten Zugang sowohl zur Regierung als auch zur Opposition zu finden. Sehr regelmäßig wurden mit Vertretern beider Seiten sowie mit Repräsentanten der Wirtschaft und Zivilgesellschaft Gespräche geführt.

Diese Treffen und Gespräche, der Austausch mit vielen Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft ist ein wichtiger Bestandteil des beruflichen Alltags. Über die Gesprächsverläufe, Erkenntnisse und Eindrücke verfassen Diplomaten Dossiers und schicken sie an die Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin. In Halbjahresberichten beschreiben sie detailliert die politische,wirtschaftliche und umweltbezogene Lage des jeweiligen Landes. Darüber hinaus haben Diplomaten die Aufgabe, in dem Land, in dem sie im Einsatz sind, über ihre Heimat zu informieren, etwa über das politische System in Deutschland.

Moritz Jacobshagen schätzt seinen Beruf und die Abwechslung, die er mit sich bringt: „Man erhält als Diplomat tiefen Einblick in die Strukturen eines anderen Landes. Hinzu kommen andere Denkweisen, andere Mentalitäten. Man kommt mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Das bereichert enorm. Außerdem verfällt man auch dank der Postenrotation nie in eine Routine.“ Aber es gibt auch Herausforderungen, wenn man alle paar Jahres einen Wohnsitz wechselt. „Als Diplomat muss man weltweit einsatzbereit sein. Aber längst nicht überall ist die Gesundheitsversorgung top“, sagt der Vater von zwei kleinen Kindern.

Das Auswärtige Amt bietet nicht nur den Einstieg in den höheren Dienst nach Abschluss eines Studiums, sondern auch Ausbildungen und duale Studiengänge an. Voraussetzung für alle Ausbildungsformate sind neben guten Schulabschlüssen Weltoffenheit, gute Fremdsprachenkenntnisse und Tropentauglichkeit. SABINE MEUTER
 

Job - Info

Ausbildungsdauer: 12 Monate Vorbereitungsdienst
Voraussetzungen: Studium mit Masterabschluss, Englisch- und Französischkenntnisse, deutsche Staatsbürgerschaft, interkulturelle Kompetenz, politisches Interesse, Flexibilität, Teamfähigkeit, Tropentauglichkeit
Einstiegsgehalt: Grundgehalt ab 4511 Euro, zzgl. Auslandszuschlag (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)
Perspektiven: sehr gut
Weiterbildungsmöglichkeiten: interne Fortbildungen
Weitere Infos: www.auswaertiges-amt.de


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