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Abschied

Was geht? Was nicht?

Verhalten auf Friedhof und Trauerfeier

Abschied mit Blüten oder Sand gehören zu den Ritualen am Grab – sind aber keine Pflicht. Foto: fotolia - thaiprayboy
Abschied mit Blüten oder Sand gehören zu den Ritualen am Grab – sind aber keine Pflicht. Foto: fotolia - thaiprayboy
TRAUER-„GESCHENKE”. Auch wenn sie häufig schnell welk sind: einzelne Blüten, liegende Blumensträuße, -gestecke, -pflanzschalen und -kränze für das Grab zählen nach wie vor zu den typischen Trauergeschenken bei Beerdigungen auf einem Friedhof. Meist werden sie kombiniert mit einer Schleife, auf der ein Spruch und der Name des Schenkenden stehen. Für den Ablauf ist es am einfachsten, die Blumen vorab beim Friedhofsgärtner zu bestellen und anliefern zu lassen. Immer häufiger wird aber auch in Traueranzeigen darum gebeten, statt Blumen eine Spende an eine gemeinnützige Organisation zu überweisen. Darauf sollte jeder Gast eingehen. Wieviel gespendet wird, hängt von den eigenen finanziellen Möglichkeiten, aber auch vom Verhältnis zum Gestorbenen ab.

TRAUERKLEIDUNG. Schultern und Knie bedeckt, keine hohen Schuhe und schwarz galten lange als Bekleidungsgrundsätze auf Trauergottesdiensten und -feiern. Inzwischen reicht meist „angemessene Kleidung“, das heißt: Eher klassische Kleidung in gedeckten Farben geht auch. Anders sieht es aus, wenn die Einladenden ausdrücklich darum bitten, auf Trauerkleidung zu verzichten. Wen eine solche Ansage verunsichert, der sollte sich in erster Linie an die Regel halten: kein schwarz in schwarz. Als Gelegenheit, sich selbst besonders extravagant zu präsentieren, sollte eine Trauerfeier auf keinen Fall gesehen werden.
SAND UND BLÜTENBLÄTTER. Im Anschluss an einen kirchlichen Trauergottesdienst geht meist die ganze Gemeinde hinter dem Sarg oder der Urne zum Grab: zuerst die engsten Angehörigen und Verwandten, dann die weiteren Gäste. Am Grab stehen dann oft zwei Schalen: eine mit Sand und Schaufel, eine mit Rosenblättern. Einige Traditionen besagen, dass Männer Sand und Frauen Blüten werfen, andere, dass Blüten nur den engsten Angehörigen vorbehalten sind. Feste Vorschriften, wer was wirft, gibt es aber nicht. Auch ist es keine „Pflicht“, überhaupt etwas zum Abschied auf den Sarg zu werfen.

Auf dem Trauerkaffee ist Zeit für gemeinsame Erinnerungen an den Gestorbenen. Foto: fotolia - Udo Kruse
Auf dem Trauerkaffee ist Zeit für gemeinsame Erinnerungen an den Gestorbenen. Foto: fotolia - Udo Kruse
KONDOLENZ AM GRAB. Nach einem Abschied am Grab gehen die Trauergäste in einer Reihe an den nächsten Angehörigen vorbei und drücken ihre Teilnahme aus. Die passenden Worte zu finden, ist oft nicht leicht. Daher reichen auch ein Händedruck oder eine leichte Umarmung als Geste des Mitgefühls. Wurde vorher der Wunsch geäußert, „von Trauerbekundungen am Grab Abstand zu nehmen“, entfällt dieses Ritual.


TRAUERKAFFEE. Dieses landläufig auch als „Leichenschmaus“ bezeichnete Treffen von Angehörigen und Trauergästen nach einer Beerdigung mag auf einige Menschen makaber wirken: Kaum ist der Tote begraben, gibt es Kaffee und Kuchen. Dabei hat diese Tradition einen guten Grund. Sie soll besonders die engsten Angehörigen und Freunde des Gestorbenen aus einem Rückzug in ihre Trauer wieder in die Gemeinschaft holen. Beim Trauerkaffee ist Zeit für Unterstützungsangebote und den Austausch von Erinnerungen an den Gestorbenen. Auch fröhliche Anekdoten dürfen hier erzählt werden, Lachen und spielende Kinder sind erlaubt. Klar, dass man es dabei nicht übertreiben sollte: Schenkelklopferstimmung ist schon aus Rücksicht auf die nahen Angehörigen eher unangemessen. Besonders diejenigen, die eher aus dem weiteren Bekanntenkreis stammen, sollten sich zurückhalten und erst einmal die allgemeine Stimmung beobachten. ivo
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