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Themenwelten Hamburg
Abschied

Kultur auf dem Friedhof

Wenn die Blätter von den Bäumen des größten Parkfriedhofs der Welt gefallen sind, geht es gemächlicher zu auf den Spazierwegen in Ohlsdorf. Veranstaltungen gibt’s dennoch

In einer Lesung mit Musik am 18. November widmet sich der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. der literarischen Darstellung von Begräbnisstätten im Wandel der Zeit.Foto: Privat
In einer Lesung mit Musik am 18. November widmet sich der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. der literarischen Darstellung von Begräbnisstätten im Wandel der Zeit.
Foto: Privat
Día de Muertos

Der Día de Muertos ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem in Mexiko traditionell der Verstorbenen gedacht wird. Dabei wird weniger der Abschied von geliebten Menschen zelebriert, sondern die Wiedervereinigung mit ihnen und die Erinnerung an ihr Leben gefeiert. Auf dem Friedhof Ohlsdorf wird dieser Tag mit mexikanischen Traditionen, Farben und mexikanischem Essen zum Leben erweckt. Besucher können mitfeiern und das kulinarische Angebot, die Musik und die Kunst genießen, die der Verein Hamburg Mexiko e.V. für sie vorbereitet.

Sonnabend, 3. November, 15 Uhr, Kapelle 4, Friedhof Ohlsdorf. Eintritt 5 Euro.

Infotafel anlässlich „100 Jahre Revolution in Hamburg“

Anlässlich des 100. Jahrestages der Revolution in Hamburg wird eine Infotafel auf der Gräberfläche „Revolutionsgefallene 1918- 1920“ des Friedhofs Ohlsdorf eingeweiht. Es sprechen Karen Koop, Landesvorsitzende Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Hamburg, Wolfgang Kopitzsch, Historiker, ehemaliger Bezirksamtsleiter Nord und ehemaliger Polizeipräsident Hamburg, sowie die Macherinnen der Infotafel Laura-Sophia Neubauer, Anna Thies und Mariane Pöschel vom Jugendarbeitskreis im Volksbund Hamburg. Hinter der Aktion steht ein Kooperationsprojekt des Jugendarbeitskreises und des Museums für Hamburgische Geschichte.

Dienstag, 6. November, 16.30 Uhr, Gräberfläche „Revolutionsgefallene 1918-1920“, Bergstraße, nahe dem Haupteingang Fuhlsbüttler Straße.

Literarische Friedhofsbilder mit Musik

Dichter und Schriftsteller erzählen seit vielen Jahrhunderten vom Tod – und damit auch von den Orten des Todes, den Kirchhöfen und Friedhöfen. Dabei haben sie im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Friedhofsbilder literarisch gezeichnet. Mit Auszügen aus ausgewählten Romanen, Gedichten und Liedern widmet sich der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. dem Aussehen der Begräbnisstätten – und seinem Wandel seit der Christianisierung durch Karl den Großen bis in die Gegenwart.

Die Texte für die Lesung „Worauf man mit Andacht stehen und gehen kann“ wurden von der Kulturhistorikerin Dr. Barbara Leisner ausgewählt. Es lesen langjährige Mitglieder des Förderkreises – der Kulturanthropologe sowie Sozial- und Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Norbert Fischer, der Landschaftsarchitekt Horst-Günther Lange und Barbara Leisner. Musikalisch begleitet wird die Lesung von Dr. Julia Kretschmer- Wachsmann (Sopran), Matthias Grawi (Klavier) und Horst-Günther Lange (Barocklaute).

Sonntag, 18. November, 15 Uhr, Cordes-Halle, Forum Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Straße 758. Der Eintritt ist frei.

Von Gärtnern und Guano-Rittern: Der Aufstieg der Familie Ohlendorff

In einem Vortrag widmet sich der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. den Ohlendorffs. Eigentlich kam Johann Heinrich Ohlendorff (1788 - 1857) nur nach Hamburg, um nach Amerika auszuwandern. Stattdessen aber blieb er und stieg 1821 zum Leiter des nach seinen Plänen gestalteten Botanischen Gartens in Hamburg auf. Zu noch größerem Ruhm und Wohlstand gelangten aber seine Söhne Albertus (1834 - 1894) und Heinrich (1836 - 1928): Sie importierten im großen Stil Guano aus Südamerika – ein landwirtschaftliches Düngemittel, das sich auch zur Herstellung von Sprengstoff gut eignete. Mitte des 19. Jahrhunderts war Guano neben Zucker, Rum, Baumwolle, Tabak und Indigo eines der bedeutendsten Importgüter aus der weltwirtschaftlichen Peripherie für die sich industrialisierenden Länder Europas – und die Brüder Ohlendorff avancierten zu den reichsten Bürgern Hamburgs. Kaiser Wilhelm I. adelte Albertus und Heinrich und ernannte sie zu Freiherren. Ihr Reichtum ermöglichte ihnen den Bau von extravaganten Villen. Heinrich schuf darüber hinaus mit dem Bau des Dovenhofs Hamburgs erstes modernes Kontorhaus – inklusive Rohrpostanlage und Paternoster.

Sonntag, 20. Januar 2019, 15 Uhr, Cordes-Halle, Forum Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Str. 758. Der Eintritt ist frei. mh

Testament zugunsten des guten Zwecks

Immer wieder liest man in Todesanzeigen, dass statt Blumenschmuck um eine Spende gebeten wird. Sei es für die Ausbildung der hinterbliebenen Kinder, für Sportvereine oder die Feuerwehr. Die Liste der möglichen Spendenempfänger ist lang. Die Entscheidung „Spende oder Blumen“ kann in der hinterbliebenen Familie getroffen worden sein. Oder aber der Verstorbene hat dies in seinem Testament ausdrücklich so verfügt und zudem noch eine gemeinnützige Einrichtung bedacht.

Wofür man sich dann entscheidet, liegt sicherlich in Erfahrungen oder Erlebnissen, die man im Laufe seines Lebens gemacht hat. Spenden gehen beispielsweise an Hospizdienste oder Hospize, wenn man deren Betreuung am Lebensende benötigt hat. Wenn im Familien- oder Freundeskreis ein Kind lebensbegrenzt erkrankt ist, dann kommt vielleicht eine Zuwendung an das Kinder-Hospiz Sternenbrücke in Frage. Wem zu Lebzeiten das Wohl der Tiere am Herzen lag, der wählt eventuell eine Spende zugunsten der Stiftung Hagenbeck, die damit wirkungsvoll und langfristig den Bestand des Tierparks sichert. Oder entschließt sich, die WWF-Stiftung zu unterstützen, die sich den weltweiten Naturschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Möglichkeiten, nach dem Tod noch Gutes zu tun, gibt es viele – man muss nur die für sich passende finden.

Für alle Fälle …

Was gehört in eine Notfallmappe?

Signalfarbe Rot: Eine Notfallmappe sollte auffallend, gut auffindbar abgestellt und stets auf dem aktuellen Stand sein. Foto: fotolia - Eisenhans
Signalfarbe Rot: Eine Notfallmappe sollte auffallend, gut auffindbar abgestellt und stets auf dem aktuellen Stand sein. Foto: fotolia - Eisenhans
Ob Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerer Unfall – manche Ereignisse sind einfach nicht planbar. Aber man kann Vorbereitungen treffen, die Sanitätern und Ärzten die Arbeit erleichtern, Angehörigen helfen, auch in einer Notsituation einen Überblick zu behalten, und die dafür sorgen, dass die eigenen Wünsche bekannt sind und berücksichtigt werden können. Eine Notfallmappe ist so eine Vorbereitung, die jeder – egal in welchem Alter oder Gesundheitszustand – anlegen sollte. Wichtig ist, dass die Notfallmappe als solche erkennbar und in der Wohnung gut sichtbar abgestellt ist. In dieser Mappe werden alle Dokumente abgeheftet, die in einem medizinischen Notfall Auskunft geben:

Informationsbogen zur eigenen Person (Name, Anschrift, Geburtsdatum, Krankenkasse, Versichertennummer) sowie Informationen zu denjenigen, die im Notfall benachrichtigt werden sollen mit Namen, Anschrift, Telefonnummer und persönlichem Bezug (Tochter, Partner etc.). Hilfreich sind außerdem Namen und Kontaktdaten behandelnder Ärzte.

Medikamentenliste, in der Medikamente aufgeführt sind, die aktuell eingenommen werden (Bezeichnung + Dosierung) sowie eine Liste von (Medikamenten-)Allergien und -unverträglichkeiten.

Gesundheitsunterlagen mit Ergebnissen wichtiger Untersuchungen und ggf. Krankenhausberichten.

Vorsorgedokumente: Dazu gehören Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Vorlagen für diese Dokumente stellt zum Beispiel die Bundesärztekammer auf ihren Internetseiten zur Verfügung. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg informiert über Patientenverfügung und Vorsorge und bietet kostenpflichtige individuelle Beratungsgespräche an. Für alle Dokumente gilt: Sie müssen aktuell sein. Daher ist es sinnvoll, den Inhalt der Notfallmappe regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Außerdem sollte die Notfallmappe lediglich Kopien wichtiger Dokumente enthalten. Übrigens: Allein die Auseinandersetzung mit dem Thema kann dazu beitragen, sich besser gerüstet zu fühlen – für alle Fälle. ivo

Vorlagen zu Vorsorgedokumenten: www.bundesaerztekammer.de (Rubrik Patienten), Verbraucherzentrale Hamburg: www.vzhh.de
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