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Themenwelten Hamburg
In Letzte-Hilfe-Kursen lernen Menschen, was sie für andere am Ende des Lebens tun können. Und noch viel mehr

Letzte-Hilfe-Kurse von Uta Reimers & Mary Münzberger: Kleines Einmaleins der Sterbebegleitung


Während es in Erste-Hilfe-Kursen darum geht, jemandem, beispielsweise nach einem Unfall, zu helfen, dass er oder sie überlebt, zielen Letzte-Hilfe-Kurse darauf, wie das Leid von schwerkranken und sterbenden Mitmenschen am Lebensende gelindert werden kann. Für viele, die mitten im Leben stehen, und auch für Ältere ist das kein Thema, mit dem sie sich gerne beschäftigen. „Und doch macht es Sinn, einen Letzte-Hilfe-Kurs zu besuchen. Denn sterben werden wir alle irgendwann“, sagt Uta Reimers von der Bodelschwingh-Stiftung, die zusammen mit ihrer Kollegin Mary Münzberger regelmäßig diese Kurse leitet. Gerichtet sind sie an alle Menschen, die sich über die verschiedenen Themen um das Sterben und den Tod, über Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Palliativversorgung etc. informieren wollen. Vermittelt wird in erster Linie Basiswissen, Man lernt aber auch einfache Handgriffe, die für eine wohltuende Massage oder eine Akupressur nützlich sein können. Zudem erhalten die Teilnehmenden Adressen, für den Fall, dass sie einmal Hilfe benötigen. „Das Essen und Trinken sowie die mit dem Sterbeprozess verbundenen Symptome wie Schmerzen oder Appetitlosigkeit sind Themen, die die Kursteilnehmer meistens besonders interessieren, ihnen vereinzelt aber auch am meisten Angst machen“, hat Uta Reimers festgestellt.

Dem Sterbenden die Hand reichen

Normalerweise bestehen die Kurse aus vier Unterrichtseinheiten. Im Einzelnen sind das die Module „Sterben als ein Teil des Lebens“, „Vorsorgen und Entscheiden“, „Leiden lindern“ und „Abschied“. Die Moderation erfolgt durch erfahrene und zertifizierte Kursleiter mit Erfahrung in der Hospiz- und Palliativversorgung. Entwickelt wurden die Letzte-Hilfe-Kurse übrigens von Georg Bollig, einem Palliativmediziner und Notarzt aus Schleswig. Der erste fand Anfang 2015 in Schleswig statt, mittlerweile gibt es die Kurse im ganzen Bundesgebiet. „Auf dem zumeist schweren Weg des Abschieds braucht es jemanden, der dem Sterbenden die Hand reicht. Um Leid zu lindern, reicht es daher manchmal einfach nur aus, die eigene Hand zu reichen“, so die Erfahrung von Uta Reimers. Damit unterstreicht sie, dass Zuwendung das ist, was wir alle am Ende des Lebens wahrscheinlich am meisten brauchen. csl

In den Kursen von Uta Reimers (Foto) und Mary Münzberger ist die Stimmung immer eine andere: Mal wird viel geweint, mal sind alle eher fröhlich. In jedem Fall aber kommen die Menschen miteinander über den Tod ins Gespräch
 

Letzte-Hilfe-Kurse: Kleines Einmaleins der Sterbebegleitung Image 3

Das Buch zum Thema:

Letzte Hilfe – Umsorgen von schwer erkrankten und sterbenden Menschen am Lebensende. Von Georg Bollig, Andreas Heller und Manuela Völkel.

hospiz verlag, ISBN: 978-3-941251-98-4, 12,90 Euro
 

Buchtipp: Mit der Trauer leben lernen: Impulse für eine neue innere Balance

Letzte-Hilfe-Kurse: Kleines Einmaleins der Sterbebegleitung Image 4

Christine Kempkes hat in ihrem neuen Buch „Mit der Trauer leben lernen – Impulse für eine neue innere Balance“ Impulse für den Alltag zusammengestellt, die behutsam dabei helfen sollen, das Leben nach dem Verlust eines geliebten Menschen wieder aktiv zu gestalten und neue Perspektiven zu entwickeln. Nicht nur der Trauerprozess an sich wird thematisiert, sondern auch die alltäglichen „Handgriffe“, die sich plötzlich so unendlich schwer anfühlen: Wie begegne ich Kollegen oder Freunden? Wie gestalte ich Feiertage wie Weihnachten freudvoll trotz und mit der Trauer? Wie verarbeite ich Gefühle von Traurigkeit, Wut, Angst oder Schuld? Wie gehe ich mit Einsamkeit um? Christine Kempkes ist Bestatterin, zertifizierter Coach und Trauerbegleiterin nach den Richtlinien des BVT, des Fachverbands für Trauerbegleitung.

Christine Kempkes: Mit der Trauer leben lernen – Impulse für eine neue innere Balance (Junfermann Verlag). ISBN 978-3749501434, 18 Euro.


Termine (unter Vorbehalt)

5. November 2020
10–14.30 Uhr: Ambulanter Hospizdienst Diakonie Alten Eichen
Altersheim am Rabenhorst
Tel. 54 87 16 80
E-Mail: hospiz@diakoniealten-eichen.de

7. November 2020
10–14 Uhr: Ev.-luth. Kirchengemeinde zu Hamburg Hamm
Horner Weg 17
E-Mail: ludewigch@aol.com

11. November 2020
9.30–13.30 Uhr: Gesundheitskiosk in Billstedt
Möllner Landstr. 18
Tel. 27 80 57 58
E-Mail: holtz@bodelschwingh.com

18. November 2020
10–14.30 Uhr: Ambulanter Hospizdienst Alten Eichen/Hamburger Angehörigenschule
Tel. 54 87 16 80
E-Mail: hospiz@diakonie-alten-eichen.de

22. Januar 2021
15–19 Uhr: Hospizverein Hamburger Süden
Schwarzenbergstraße 81
Tel. 76 75 50 43
E-Mail: kehn@hospizvereinhamburgersueden.de

Aufgrund der aktuellen Situation um Corona kann es sein, dass einige Kurse nicht stattfinden können. Bitte setzen Sie sich mit den jeweiligen Anbietern in Verbindung. Weitere Infos: www.letztehilfe.info

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