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Blühende Kletterer: Pflanzen bringen Farbe in die Vertikale

Die Kletterhortensie beispielsweise schmückt sich im Sommer mit unzähligen weißen Blüten Foto: BGL
Die Kletterhortensie beispielsweise schmückt sich im Sommer mit unzähligen weißen Blüten Foto: BGL
Schattenspender, Himmelsstürmer, Sichtschutzgeber, Mauerbegrüner – Kletterpflanzen sind wahre Multitalente. Sie benötigen nur wenig Bodenraum und erreichen dennoch enorme Höhen. So lassen sich mit ihnen ganze Fassaden zum Blühen bringen, Mülltonnen verstecken, die Pergola imposant begrünen und intime Rückzugsorte schaffen. Und da die Welt der Kletter- und Rankpflanzen mit einer unglaublichen Vielfalt aufwartet, lässt sich wirklich für jeden Standort, jede Anforderung und jeden Geschmack die passende Art und Sorte finden.

Für die sonnenverwöhnte Terrasse oder die südliche Hauswand sind Kletterpflanzen ideal, die sich an einem hellen, warmen Standort rundum wohl fühlen. Hier zählen zweifelsohne Kletterrosen zu den vertikalen Stars. Mit ihren eleganten Blüten, die in fast allen Farben des Regenbogens beeindrucken, verbreiten sie romantischen Charme. „Da Rosen zu den sogenannten Spreizklimmern gehören, benötigen sie in jedem Fall eine Kletterhilfe, an der ihre seitlichen Triebe durch Verhaken Halt finden und an die man die Pflanze festbinden kann“, erklärt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). „Lediglich die sogenannten Ramblerrosen erobern aus eigener Kraft die Vertikale und werden daher gern neben knorrige, alte Bäume gepflanzt. Wenn sich die Rosen mit der Zeit ihren Weg in die Krone bahnen und dort für neue Blütenpracht sorgen, ist das wirklich beeindruckend.“
 
Ein bewährter Kletterpartner für Rosen ist die Clematis, deren feine Ranken sich an den kräftigeren Trieben der Kletterrose festhalten. Vor allem die großblütigen Sorten sind hier ideal, da sie sich neben den pompösen Blüten der Rosen behaupten können. „Für ein harmonisches Bild raten wir, den Rosen einen zeitlichen Wachstumsvorsprung von ein bis zwei Jahren zu geben“, so Jungjohann. „Ramblerrosen eignen sich für diese Kombination übrigens nicht, da sie zu wuchsfreudig sind und ihre Kletterpartner mit der Zeit verdrängen würden.“ Optisch ganz anders, aber ebenso sonnenverliebt ist der Blauregen (Wisteria). Wie es sein Name schon andeutet, hängen seine Blütenstände elegant von seinen Ästen herab und bestehen aus einer Vielzahl kleiner, tropfenähnlicher Blüten. Diese trägt er zweimal jährlich – im Frühling und im Sommer – und verbreitet zugleich einen angenehmen Duft. Als Schlingpflanze erreicht der Blauregen Höhen von bis zu zehn Metern. Dafür benötigt er jedoch ein stabiles Gerüst, das er erobern kann. Da dieser wuchsfreudige Kletterkünstler alles umschlingt, was sich ihm bietet, raten Landschaftsgärtner, ihn in sicherer Entfernung von Garten- und Hauselementen zu pflanzen, die seinen kräftigen Trieben auf Dauer nicht standhalten würden, wie zum Beispiel Regenrohre.
 
Für die nördliche Hauswand oder den (halb-)schattigen Bereich des Gartens empfehlen sich Kletterpflanzen, die für ihr Wachstum nur wenig Licht benötigen. Zwar bestechen viele dieser Gewächse in erster Linie durch ihr schönes Laub, doch einige Arten und Sorten überzeugen ebenso mit einer attraktiven Blüte. Die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) beispielsweise schmückt sich im Sommer mit unzähligen weißen Blüten, die vor den dunklen Blättern wie zarte Wolken wirken und in ihrem Duft ein wenig an Jasmin erinnern. Mit Haftwurzeln erklimmt dieser Kletterer Hausfassaden oder Mauern aus eigener Kraft. Um Putz und Mauerwerk zu schonen, bringen Landschaftsgärtner im Vorfeld häufig eine Kletterhilfe in kleinem Abstand zur Wand an. An diesen wagt sich die Pflanze dann in die Höhe und das Haus bleibt größtenteils unberührt.

Ein guter Partner ist die Amerikanische Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla). Diese wird zwar meist eher aufgrund ihrer eindrucksvollen, herzförmigen Blätter gepflanzt, doch auch ihre Blüten haben hohen Zierwert – bis sie sich zeigen, dauert es allerdings ein paar Jahre. Sie sind u-förmig und sogenannte Kesselfallenblüten, mit denen die Pflanze Fliegen fängt. „Die Pfeifenwinde hat viele Vorteile. So liegen ihre Blätter beinahe wie Schuppen übereinander und sind daher die perfekten Schattenspender. Darüber hinaus sorgt sie für ein angenehmes Kleinklima im direkten Umfeld, da ihr Laub viel Feuchtigkeit verdunstet. Mit einem angenehmen Duft kann diese Kletterpflanze allerdings nicht überzeugen: Die interessanten Blüten riechen leider etwas unangenehm“, gibt Jungjohann vom BGL ehrlich zu. „Daher ist es ratsam, diese Pflanze eher im hinteren Gartenbereich in Szene zu setzen.“

Angenehm an Honig erinnern dagegen einige Sorten des Geißblatts (Lonicera), dessen Blüten sehr exzentrisch wirken. Wer das Geißblatt als Sichtschutz für die Terrasse oder den Gartenrand einsetzen möchte, sollte zu den immergrünen Sorten greifen. Diese halten auch im Winter neugierige Blicke fern. bgl/kuk

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