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„Du bist so peinlich, Mama!“

Wenn Kinder sich für die Eltern schämen

Peinlich! Es ist ganz normal, dass Eltern ihren Kindern auch mal peinlich sind Foto: Cindy Parks/ Pixabay

Im Auto zur Musik mitsingen, Bikini oder Badehose tragen und die Freunde nach ihrer Familie fragen? Lieber nicht. Zumindest Eltern von Kindern im Teenageralter sollten diese „peinlichen“ Aktionen lieber unterlassen.

Ein Verdrehen der Augen, ein genervtes Stöhnen und der darauffolgende Satz: „Du bist so peinlich!“ kennen viele Eltern pubertierender Kinder. Manchmal reicht sogar bereits die pure Anwesenheit aus, dass der Sohn oder die Tochter am liebsten im Boden versinken möchte und sich für die Eltern schämt.
 

Kinderstube Sethweg e. V.

Was ist denn bloß passiert, ist eine Frage, die sich ratlose Eltern stellen, wenn sie vom absoluten Helden der Kindheit plötzlich zur „Peinlichkeit in Person“ herabgestuft werden. Auch wenn es erst einmal verletzend sein mag, dass der Sprössling plötzlich 500 Meter vor dem Treffpunkt mit seinen Freunden aus dem Auto aussteigen will, sollte man die „Ablehnung“ möglichst nicht persönlich nehmen.

In der Pubertät verändert sich die Wahrnehmung des Kindes. Das Verhalten ist Teil des natürlichen Ablöseprozesses. Sie wollen selbstständig werden, Dinge alleine ohne die Eltern machen. Gleichzeitig hinterfragen sie das elterliche Verhalten kritisch.
 

WaldSchule Niendorf

Anstatt auf die „Peinlich“-Sätze beleidigt zu reagieren, sollten Eltern zunächst versuchen nachzuvollziehen, warum ihre Verhaltensweise aus Sicht des Kindes peinlich ist und vielleicht sogar selbst etwas ändern. Auch wenn man dem Sprössling zuliebe natürlich nicht mit dem Daumen anstelle des Zeigefingers auf dem Smartphone tippen muss, können das Anklopfen an die Zimmertür und der Verzicht, den Freunden eine Anekdote aus Babytagen zu erzählen, Schritte des Entgegenkommens sein. Wer sich zudem an die eigene Pubertät erinnert, der wird seine Kinder bestimmt viel besser verstehen können. Und: Irgendwann ist die Peinlich-Zeit, wie jede andere Phase auf dem Weg zum Erwachsenwerden, auch wieder vorbei. kh

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