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Women in Work - Index 2020

Deutschland kommt bei der Förderung von Frauen am Arbeitsplatz nicht vom Fleck

Petra Raspels verantwortet den Bereich People & Organisation bei Pricewaterhouse-Coopers (PwC) Deutschland
Petra Raspels verantwortet den Bereich People & Organisation bei Pricewaterhouse-Coopers (PwC) Deutschland
Während andere Länder aufholen, tritt Deutschland bei der Verbesserung der beruflichen Stellung von Frauen auf der Stelle. Beim „Women in Work Index 2020", den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC) jüngst veröffentlichte, liegt Deutschland im Vergleich mit 33 OECD-Ländern nur noch auf Rang 21. Besonders ausgeprägt ist hierzulande der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Dabei, so gibt Petra Raspels, die den Bereich People & Organisation bei PwC Deutschland verantwortet, zu bedenken, „profitiert die Wirtschaft in vielerlei Hinsicht davon, wenn es gelingt, Frauen besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren". „Unternehmen und Politik müssen eng zusammenarbeiten, damit mehr Frauen arbeiten und dafür auch fair und gleichwertig entlohnt werden. Insbesondere kommt es darauf an, Frauen gezielt weiterzubilden, damit sie im Zuge der Automatisierung die Fähigkeiten erwerben, auf die es im digitalen Zeitalter ankommt.“
  
Um Chancengleichheit zu erreichen, bedürfe es eines breiten Angebots in Aus- und Weiterbildung bei den digitalen Fähigkeiten und in den MINT-Fächern, der Unterstützung bei beruflicher Neuorientierung und vermehrter Chancen, zentrale Soft Skills wie Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten zu erwerben.
  

Die Krux mit der Komfortzone

Deutsche Arbeitnehmer gehören zur Gruppe der „Zögernden“ – zu jenen, die große Veränderungen erwarten, aber nicht viel tun, um sich auf dieselben vorzubereiten. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale BCG-Studie „Decoding Global Trends in Upskilling and Reskilling“. Konkret zeigt sie, dass hiesige Arbeitnehmer im globalen Vergleich besonders zurückhaltend sind, was berufliche Umorientierung angeht. Und auch bei Weiterbildungen sind es in Deutschland nur 38 Prozent der Arbeitnehmer, die regelmäßig Zeit darin investieren – gegenüber 65 Prozent weltweit. Dies lässt vermuten, dass bei uns eine gewisse Scheu besteht, sich aus der Komfortzone herauszubewegen. Diese beschreibt jene Lebensumstände und Kontexte, in denen wir genau zu wissen glauben, was wie wann wo und warum funktioniert. Hier fühlen wir uns geborgen, die gewohnten Abläufe und Aufgaben im routiniert ausgeübten Job geben uns ein Gefühl der Sicherheit. Persönliches Wachstum findet jedoch überwiegend außerhalb der Komfortzone statt. Daher kann es sinnvoll sein, den eigenen Schweinehund zu überwinden und alte Sicherheiten hinter sich zu lassen. Zugegeben: Das ist mitunter unangenehm, verspricht aber viel an Erfahrungen, Erkenntnissen, Herausforderungen und, damit einhergehend, persönliches Wachstum – mit der Chance, beruflich erfolgreicher zu werden. Was sollte uns also daran hindern, das Neue in Angriff zu nehmen, unsere Potenziale zu entfalten und, etwa mittels Weiterbildung, über uns selbst hinauszuwachsen? Versuch macht „kluch“!

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