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Apotheker als Seelentröster durch Beratung und offenes Ohr, so Apothekerin Petra Kolle von der St. Cosmas-Apotheke in Altona

Petra Kolle, 1. Vizepräsidentin der Hamburger Apothekerkammer, in ihrer St. Cosmas-Apotheke. Fotos: Jens Bonnet, Shutterstock

Nur sieben Minuten dauert im Schnitt ein Arzt-Patienten-Gespräch. Viel zu kurz, um das Wichtigste zu klären, Fragen loszuwerden, Sorgen anzusprechen. Manchmal fühlen sich Menschen in der Praxis gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Das ist nicht Schuld der Mediziner, aber das Problem „Wenig Zeit, dafür viele Patienten“ lässt sich in den Praxen nicht so einfach lösen. In der Apotheke sieht es da schon anders aus. Denn der oder die Apotheker:in hat mehr im Schrank als nur Medikamente. Er / Sie hört zu, berät, tröstet, macht Mut. Und schaut auch, ob sich die vom Arzt verschriebene Arznei mit denen verträgt, die der oder die Patient:in schon immer einnimmt.

Facharztklinik Hamburg

„Auch das passiert immer wieder“, sagt die Apothekerin Petra Kolle von der St. Cosmas-Apotheke in Altona. „Da kommt unsere Stammkundin von einem neuen Arzt zurück und das von ihm verschriebene Medikament führt zu unerwünschten Wechselwirkungen mit einem, welches ihr ein anderer Arzt verordnet hat. Natürlich fragen wir dann nochmal beim Mediziner telefonisch nach. Oft können wir sogar eine Alternative empfehlen.“ Denn ausgebildete Apotheker haben in der Regel ein mehrjähriges, anspruchsvolles Pharmazie-Studium hinter sich, kennen sich also bestens mit den Inhaltstoffen und deren Wirkung aus.

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Deshalb können sie auch spezielle Salben und Cremes nach einer Rezeptur anzurühren, die zum Beispiel der Dermatologe entwickelt hat. Dafür müssen oft auch ausgefallene Inhaltstoffe extra bestellt und gelagert werden. Auch hier wird erstmal beim Kunden nachgefragt, ob es bekannte Unverträglichkeiten gibt. Alles Serviceleistungen, die es in der Apotheke vor Ort kostenlos gibt und die in keiner Internet-Pharmazie der Welt bestellt werden können. Genauso wie das offene Ohr bei Sorgen und Nöten der Kunden. Petra Kolle: „Die Menschen erzählen uns nicht nur von ihren Beschwerden, sondern oft auch von ihren Problemen im Alltag. Das ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir ihnen zuhören und uns auch nach den kranken Angehörigen zuhause erkundigen. Ohne echte Empathie geht hier nichts!“


Die Apothekerin vor Ort hat mehr im Schrank als Medikamente gegen Schmerzen. Ihre Beratung und ihr offenes Ohr gibt es gratis dazu. 


Dies war eine Herausforderung, als während der Corona-Pandemie gleichzeitig auch die Atemschutzmasken verteilt und Zertifikate für die Impfnachweise in den Apotheken erstellt werden mussten. Die Vizepräsidentin der Hamburger Apothekerkammer Petra Kolle ist stolz auf ihre Kolleginnen, die sich trotz der erhöhten Ansteckungsgefahr jeden Tag wieder der Aufgabe stellen: „Auch wenn es manchmal zeitlich ganz schon eng wird, gibt sich hier jede die Mühe, ihr offenes Ohr zu bewahren.“ Marthe Schelllenberg

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