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Weihnachtsgrüße aus Stormarn

SOS-Kinderdorf Harksheide: Lieber Weihnachtsmann – wir wünschen uns einen Sack Zement

Kinderdorfmutter erinnert sich gern an Weihnachten 1989

Da konnten alle wieder lachen! Nach wochenlanger Krankheitsphase genoss die Kinderdorffamilie von Marlies Pagel ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest. Der schützende Rahmen der Kinderdorffamilien wird von den Kindern sehr geschätzt Fotos: SOS 
Da konnten alle wieder lachen! Nach wochenlanger Krankheitsphase genoss die Kinderdorffamilie von Marlies Pagel ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest. Der schützende Rahmen der Kinderdorffamilien wird von den Kindern sehr geschätzt Fotos: SOS 
Zunehmend nervöse Kinder, Wunschzettel, die im letzten Moment noch einmal überarbeitet werden, und Erwachsene, die in Kellerecken nach den Lichterketten vom vorigen Jahr suchen, die „hier eigentlich irgendwo sein müssten“.

Im SOS-Kinderdorf Harksheide ist in diesen Tagen alles, wie in anderen Familien um diese Zeit des Jahres auch. Nur Dorfleiter Jörg Kraft sitzt in seinem Büro in der ersten Etage der Verwaltung des Dorfes, blickt über „sein“ Kinderdorf, das er seit mehr als 25 Jahren leitet und hat ganz besondere Wünsche an den Weihnachtsmann. „Ein milder Winter wäre schön, vielleicht ein paar Sack Zement, und das auch sonst alles klappt.“

Die Wünsche des Dorfleiters werden verständlich, wenn man sich vor Augen führt, was er und das Dorf ab 2020 vor sich haben. „Wir werden die bauliche Modernisierung des Dorfes vorantreiben und ab Januar vier der alten Familienhäuser nach und nach durch moderne Bungalows ersetzen.“
  
Die alten Häuser hätten in den 60er-Jahren sehr gute Lebensbedingungen geboten, so Kraft, würden den Erwartungen an eine moderne Kinder- und Jugendhilfe heute aber nicht mehr gerecht werden. Und die Qualität des Lebensumfeldes, darauf legt der Dorfleiter großen Wert, trage enorm zum Erfolg der Arbeit bei.
 
 

 
Dem kann Marlies Pagel nur zustimmen. Auch sie arbeitet heute in der Verwaltung des Dorfes, auch sie kann von ihrem Schreibtisch aus einen Teil des Dorfes überblicken, aber ihre Verbindung zum Kinderdorf ist doch eine andere. Vor 30 Jahren feierte sie als frisch gebackene Kinderdorfmutter mit fünf Kindern ihr erstes Weihnachten.

„Die ersten Monate einer Kinderdorffamilie sind auch so aufregend genug. Aber dann kam Weihnachten, und alle waren richtig krank“, erinnert sich Marlies Pagel. Heute blickt die erfahrene Sozialpädagogin mit einem Schmunzeln auf diese Zeit zurück, aber damals war das der pure Stress.

„Die Kinder hatten ja alle viel erlebt und zu verarbeiten“, und körperliche Reaktionen auf erlittenen Kummer seien ja nichts Ungewöhnliches. „Aber gleich alle fünf auf einmal krank?“ Aber dann kam der 24. Dezember, und auch wenn noch nicht alle Krankheiten vollständig auskuriert waren, wurde der Heiligabend dann doch „unser erster gemeinsamer schöner Moment“, so Pagel. Das sei die „emotionale Grundsteinlegung“ der Familie im Kinderdorf gewesen.

„Wir hatten ein Haus, hier waren alle sicher. Was die Kinder nicht wollten, blieb draußen. Das war unsere Trutzburg“, erinnert sich Marlies Pagel, Kinderdorf-Mutter aus Leidenschaft. Letztlich wurden es noch viele schöne Weihnachtsfeste.
 
Anderthalb Jahrzehnte später zog der letzte Sohn aus und machte sich auf seinen eigenen Weg, so wie seine vier Geschwister zuvor. Und was machte Marlies Pagel danach? Sie blieb der Einrichtung treu und wechselte in die Verwaltung des Dorfes. Kinderdorfmutter ist sie selbstverständlich immer noch. „Einmal Mutter, immer Mutter!“ – und dazu vierfache Großmutter.

Dorfleiter Jörg Kraft kann die emotionale Bindung der Familie an ihr altes Zuhause gut verstehen. Und an manchen Tagen sei diese Wirkung der Häuser besonders zu bemerken, zum Beispiel in der Weihnachtszeit, wenn alle es sich richtig kuschelig machen, so wie es in einer Familie sein soll.
  

Unterstützer willkommen

Das zweite große Projekt
Schon einmal, von 1999 bis 2015, hat das SOS-Kinderdorf acht der alten Häuser durch zeitgemäße Neubauten nach und nach ersetzt. Wenn Sie die weitere bauliche Modernisierung und den Weg des SOS-Kinderdorfes Harksheide in die Zukunft unterstützen wollen, freut man sich dort sehr über Ihre Spende unter dem Stichwort „Neubau“.

Spendenkonto
SOS-KD Harksheide
Sparkasse Südholstein
DE24 2305 1030 0008 0038 08
BIC: NOLADE21SHO
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