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Gesundheitskompass

Gesund im Mund bei Handicap und Pflegebedarf

Tag der Zahngesundheit am 25. September

Auch wenn sich die Mundgesundheit der Senioren in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert hat, ist der Gesundheitszustand von Zähnen und Mund bei Menschen mit Pflegebedarf deutlich schlechter Foto p:rodente
Auch wenn sich die Mundgesundheit der Senioren in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert hat, ist der Gesundheitszustand von Zähnen und Mund bei Menschen mit Pflegebedarf deutlich schlechter Foto p:rodente
Am 25. September, dem Tag der Zahngesundheit wird die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt gestellt.

„Im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt ist die Mundgesundheit in diesen beiden Bevölkerungsgruppen oft schlechter“, sagt Professorin Ina Nitschke (Universität Leipzig), Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin (DGAZ). „Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung sind insbesondere häufiger von Karies sowie Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen betroffen.“ Das kann ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität erheblich einschränken. Denn nur mit gesunden Zähnen und einer gesunden Mundhöhle sowie gut sitzendem, belagfreiem Zahnersatz kann man schmerzfrei essen, trinken und sprechen. Auch begünstigen Zahn- und Munderkrankungen Allgemeinerkrankungen wie Lungen- oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Seit dem 1. Juli 2018 haben gesetzlich Krankenversicherte, die einem Pflegegrad zugeordnet sind oder die Eingliederungshilfe erhalten, Anspruch auf Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen. „Ziel ist es, die Mundgesundheit von Menschen mit besonderen Bedürfnissen deutlich zu verbessern“, so Nitschke. Es spielt keine Rolle, ob die Behandlung in einer stationären Einrichtung, zu Hause oder in der Praxis stattfindet.

Die neuen Leistungen beinhalten im Einzelnen, den Status der Mundgesundheit zu erfassen, einen individuellen Mundgesundheitsplan zu erstellen, über Mundgesundheit aufzuklären und einmal im Kalenderhalbjahr harte Zahnbeläge zu entfernen.

Die Leistungen zur Aufklärung über die Erhaltung der Mundgesundheit richten sich auch an die Angehörigen und Pflegepersonen. So erhalten die Pflegenden zum Beispiel Hinweise, welche individuellen Hilfsmittel sie bei der Mundhygiene des zu Pflegenden einsetzen können oder was bei der Reinigung und Pflege von Zahnersatz zu beachten ist.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) haben gemeinsam die wichtigsten Hinweise zur Mund- und Zahnpflege von Pflegebedürftigen in zwölf Erklärvideos zusammengefasst. Familienangehörige und Pflegepersonal finden die Erklärvideos auf YouTube, Stichwort Bundeszahnärztekammer.

Motivation, Geduld und feste Rituale können die Mundgesundheit von Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung fördern. Tipps zur Mundhygiene: Zähne und festsitzenden Zahnersatz wie Kronen und Brücken zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen. Die Übergänge zwischen natürlichen Zähnen und Zahnersatz besonders gründlich reinigen. Sofern akzeptiert, sollten Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste einmal täglich zum Einsatz kommen.

Herausnehmbaren Zahnersatz zweimal am Tag mit Pflegeschaum oder flüssiger Seife und einer Prothesenzahnbürste reinigen. Die Seife hinterher gut abspülen. Am besten vorher Wasser ins Waschbecken füllen. Rutscht der Zahnersatz bei der Reinigung aus der Hand, verhindert das Wasser als Puffer mögliche Beschädigungen. Herausnehmbaren Zahnersatz zudem auf seinen sicheren Sitz und Beläge überprüfen. Reinigungstabletten für herausnehmbaren Zahnersatz können eine Ergänzung zur manuellen Reinigung sein. Bitte Anwendungsvorschriften beachten.

Mund möglichst nach jeder Mahlzeit mit Wasser ausspülen. Prothese unter fließendem Wasser abspülen. Zeit für die Mundpflege einplanen. Mund und Zähne im Sitzen – am besten vor einem Spiegel – reinigen. (djd/kuk)

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