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Themenwelten Hamburg
Gerade in Städten wie Hamburg ist Wohnraum teuer. Deshalb sollte er durch eine passgenaue Möblierung intelligent genutzt werden

Wenn jeder Quadratmeter zählt: Cabinet Schranksysteme

Wird die Familie größer, kann es sinnvoll sein, Küche und Wohnzimmer zur Einheit zu machen. FOTO: ISTOCK

Dort, wo Wohnraum teuer ist und innerstädtisches Leben mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, da entstehen sie, die kleinen Raumwunder. Mikro-Apartments heißen die neuen Wohneinheiten in den Metropolen dieser Welt. Das neue urbane Lebensmotto hin zum minimalistischen Wohnen. Laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes nahm in den bundesdeutschen Ballungsgebieten in dem Zeitraum zwischen 2010 und 2018 die durchschnittliche Wohnfläche pro Person um 1,7 auf 39,2 Quadratmeter ab.

Der Trend zum minimalistischen Wohnen bringt Raumkonzepte mit sich, die den neuen Anforderungen an den Wohnraum gerecht werden, ohne auf Komfort zu verzichten. Mikro-Apartments und das Überdenken von herkömmlichen Wohnkonzepten sind die Antwort auf diese Entwicklung in den Ballungsgebieten dieser Welt. Es wächst eine ganze Generation heran, die sowohl die Alltags- als auch die Wohnwelten neu denkt. Micro-Living und Co-Working sind Entwicklungen, die nach ernst zu nehmenden Lösungen für effiziente Grundrisse suchen. Da sind dann clevere Raumkonzepte und Möbel mit Multitasking-Eigenschaften gefragt. Schiebetüren, hinter denen die Küchenzeile oder ein kleiner Arbeitsplatz verschwinden, ermöglichen gerade in Corona-Zeiten eine Mehrfachnutzung eines Raumes, ohne dass dieser unruhig wirkt.
 

„Insbesondere in kleinen Wohnungen zählt jeder Zentimeter, und Schiebetüren sind dabei oft die Lösung“, erklärt Horst Schulna, der als Geschäftsführer des Hamburger Einrichtungshauses „Cabinet – Schrankideen nach Maß“ passgenaue Lösungen für seine Kunden plant. Der Vorteil: Die Türen werden raumhoch eingebaut, und deren Oberflächen können nach Wunsch gestaltet werden. Sind Wand und Türen in der gleichen Farbe gestrichen, lassen sie sich kaum noch von der Wand unterscheiden.

Wird die Familie größer, kann es sinnvoll sein, Küche und Wohnzimmer zur Einheit zu machen. FOTO: ISTOCK
Wird die Familie größer, kann es sinnvoll sein, Küche und Wohnzimmer zur Einheit zu machen. FOTO: ISTOCK

Smartes Wohnen spart Platz. Zwar ist der Röhrenfernseher längst Geschichte, aber selbst ein Flachbildschirm könnte durch das Schauen von Filmen auf einem Laptop ersetzt werden. Meterhohe Regale für CDs und DVDs sind ein Auslaufmodell, da die Menschen Musik und Filme aus dem Internet streamen. „Wer auf wenigen Quadratmetern wohnt und schon weiß, dass dies nicht das letzte Domizil ist, sollte hochwertige, flexibel einsetzbare Möbel kaufen. Sie sind eine Investition in die Zukunft“, erklärt die Hamburger Einrichtungsexpertin Sabine Stiller, die sich darauf spezialisiert hat, Konzepte für das Wohnen auf wenigen Quadratmetern zu entwickeln.

Sie erlebt in ihrem beruflichen Alltag immer wieder, dass Wohnungen, die beim Einzug eine ausreichende Größe hatten, durch veränderte Lebensumstände wie beispielsweise Familiengründung aus allen Nähten platzen. Ein Umzug in eine großzügigere Wohnung oder ein größeres Haus ist bei den derzeit hohen Mieten meist schwer realisierbar. Da ist es dann sinnvoller, die Aufteilung sowie Gestaltung der Räume zu überdenken.
 

Schrägen gut genutzt: ein Dachgeschoss mit Cabinet Schranksystemen und bodentiefen Fenstern. FOTO: CABINET SCHRANKSYSTEME AG
Schrägen gut genutzt: ein Dachgeschoss mit Cabinet Schranksystemen und bodentiefen Fenstern. FOTO: CABINET SCHRANKSYSTEME AG

Ein Thema, das so viele Familien beschäftigt, dass Sabine Stiller ihre Erfahrungen in ihrem kürzlich erschienenen Buch mit dem passenden Titel „Aus 4 Zimmern mach 6 Räume“ veröffentlicht hat. So erhalten Einrichtungsgegenstände, die vor Kurzem lediglich die Aufgabe hatten, den Designansprüchen ihrer Besitzer zu genügen, zusätzliche Funktionen und werden zu wichtigen Mitspielern bei der Planung kleiner Räume. Da macht es viel Sinn, bei jedem Möbelstück, das angeschafft werden soll, über eine mögliche Doppelfunktion nachzudenken. Wählt man beispielsweise leichtgewichtige Esstischstühle aus einem Material, das auch mal einen Regenschauer aushält, machen sie sowohl am Esstisch als auch auf dem Balkon eine gute Figur und ersparen die Einlagerung im Winter.

Räume mit Doppelfunktion mindern Platzbedarf

Wo möglich, plädiert Sabine Stiller für die Zusammenlegung von Küche und Ess- oder Wohnbereich. Durch diese Maßnahme wird ein Zimmer für eine andere Nutzung frei. „ Am besten lässt man dann all die Küchenutensilien hinter Schrankfronten verschwinden. So wirkt der Raum ruhig und wohnlich“, erklärt die Einrichtungsberaterin. „Dafür benötigt man allerdings nicht unbedingt Hängeschränke. Hochschränke an einer freien Wand wirken homogener und geben dem Raum an einer anderen Stelle Großzügigkeit“, ergänzt die Expertin.

Großes Ausbaupotenzial bieten natürlich auch Dachböden. „Mit sogenannten Aufkeilrahmen kann die Dachneigung von Dachflächenfenstern dahingehend verändert werden, dass je nach Dachneigung Stehhöhe entsteht – ähnlich wie bei einer Gaube“, erklärt Katrin Winkler, die als Architektin bei der Hamburger Firma Velux Planer bei der Suche nach innovativen Lichtlösungen unterstützt. „Die Anordnung der Fenster ermöglicht beispielsweise den Einbau eines Bades unter der Schräge, da im Bereich der Dachflächenfenster dann Kopffreiheit besteht und dort eine Dusche oder ein WC-Bereich geplant werden kann.“ Je nach Umfang der Baumaßnahmen kann der Ausbau allerdings genehmigungspflichtig sein.

Möbel von der Stange können unter Dachschrägen selten punkten. Hier kommen am besten individuell geplante Einbauten zum Einsatz. Besonders komfortabel sind Schubkästen. Susanne Speckter


Mehr Zeit zu Hause

Räume & Träume

Als wir am 22. April zuletzt Sonderseiten zum Thema Einrichten & Wohnen im Blatt hatten, war der geschockte Möbelhandel gerade erst vorsichtig aus dem Corona-Lockdown erwacht. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, wie die nächsten Wochen weitergehen würden und ob alsbald ein großer wirtschaftlicher Absturz droht. Inzwischen, das zeigt sich immer mehr, hat zumindest diese Branche – völlig anders als zum Beispiel die Reiseindustrie oder die Anbieter von Gewerbeimmobilien – vom Rückzug ins Private profitiert. Wer eigentlich einen teuren Urlaub oder ein neues Auto kaufen wollte, der investierte stattdessen kräftig ins eigene Heim und frischte dabei Küchen, Schlafzimmer und vieles mehr auf.

Nicht wenige in Hamburg und Umgebung müssen sich nach wie vor zu Hause mit ihren Familien oder ihren Mitbewohnern arrangieren, weil Firmen länger als gedacht aufs Homeoffice setzen. Das hat dazu geführt, dass nun flexiblere Lösungen bei der Einrichtung gefragt sind, ebenso kommt es jetzt noch mehr darauf an, den vorhandenen Raum sinnvoll und vielseitig zu nutzen. Denn wer arbeitet schon gerne im Schlafzimmer oder am Küchentisch, wenn dort gerade das Essen auf dem Herd steht?

Ein guter Tag im Homeoffice bedeutet eben auch die Möglichkeit, sich tagsüber vom Haushalt abgrenzen zu können – und irgendwann richtig Feierabend zu haben und diesen zu genießen. Der Weg zum Sofa oder Garten ist zum Glück kurz, wenn man zu Hause arbeitet. Georg J. Schulz

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